•  
 

Aktuelles

Lieber Blockflöten-Fan, herzliche Einladung zur Vorbereitung auf das Konzert zum Weihnachtsmarkt am Sonntag, 9. Dezember, um 16:30 Uhr.

Die Kirche


Zeichnung alte Kirche von der Südseite

Der Bau der heute noch in Meuselwitz stehenden Kirche erfolgte von 1856 - 1857. Der Neubau wurde erforderlich, da die alte Kirche baufällig und vor allem zu klein war. Es ist nur durch ein großes Interesse der Bevölkerung und des Bauherrn zu erklären, dass Meuselwitz im Jahre 1857 einen so stattlichen Kirch- und Orgelneubau erhielt.


Lageplan des Kirchhofes um 1857

Am 6. Dezember 1855 erfolgte eine Anhörung zum Neubau der Kirche vor der Kirchengemeinde durch den Gemeindekirchenrat. Die Kirchengemeinde verlangte nur, dass die Kirche auf dem jetzigen Platze sowie auf dem Kirchhof bleiben und nach der Zeichnung des königlichen Baurates Hamann erfolgen soll.


Ursprüngliche Fassung der Kirche mit Unterschrift geplanter Kirchenneubau mit einer Empore

Am 30.10.1855 schloss die Kirchengemeinde mit dem Meuselwitzer Bauunternehmer und Richter Julius Neumann einen Vertrag über den Neubau der Kirche ab. In vorangegangenen Planungen war noch die Möglichkeit eines Erweiterungsumbaues der alten Kirche geprüft, aber letztlich verworfen worden. Als Baubeginn war zunächst der 1. März 1856 und als Fertigstellungstermin der 1. Dezember 1856 vorgesehen. Der Kirchenneubau war anfangs mit dem Einbau einer Empore im Schiff geplant. Noch während der Bauarbeiten wurde beschlossen, eine zweite Empore einzufügen. Warum diese Entscheidung kurzfristig getroffen und woher vor allen Dingen der erhebliche finanzielle Mehraufwand gedeckt wurde, ist derzeit nicht bekannt. Am 5. September 1856 wurde der Turmknopf aufgesetzt. Laut Kontrakt, basierend auf den Kostenangeboten des Bauunternehmers vom 20. Januar 1855 und vom 11. Juli 1855, sollte der Neubau der Kirche 5.003 Taler kosten. Die mit der Fertigstellung des Baus am 7. Oktober 1857 eingereichte Endabrechnung, wies 6.167 Taler aus. Zusätzlich wurde dem Bauunternehmer das Material der alten Kirche mit 687 Talern verrechnet. Die 3 Glocken wurden im Jahr 1856 von den Gebr. Gruhl aus Kleinwelka gegossen. Die große und mittlere Glocke wurden im 1. Weltkrieg im Jahre 1917 durch das Deutsche Reich beschlagnahmt und eingeschmolzen. Im Jahre 1921 ersetzte man beide Glocken, wobei die Kirchengemeinde 660 kg Geschützbronze erwarb und mit 168,5 kg neuer Bronze anreicherte. Am 8. Oktober 1857 nahm der königliche Baurat Hamann aus Görlitz die neu erbaute Kirche ab.


Kirche 1934

Der Innenraum der Kirche, vor allem die Apsis ist geschmückt durch den Altar, die Kanzel, den Taufstein und zwei Farbglasfenster in der Ostwand. Der Altar trägt im Zentrum ein rechteckiges Ölbild mit der Darstellung der Emmausjünger; als sie Jesus beim Brotbrechen erkennen (Lk 24,31). Das Bild wurde wahrscheinlich vom Dresdner Maler Friedrich Gonne gemalt. Die Kanzel ist im frühgotischen Stil ohne Farbfassung ausgeführt und interessanterweise um 1680 angefertigt worden. Wahrscheinlich stammt diese noch aus der Vorgängerkirche. Die Relieftafeln des Kanzelkorbes zeigen die vier Evangelisten.

Aus der jüngeren Zeit ist zu vermerken: Neben der Kanzel steht eine geschnitzte Holzfigur, Mose mit den Gesetzestafeln, von denen eine nebst Hand verloren ist. Ob diese Figur den Kanzelkorb in der Vorgängerkirche trug, oder ob das Gerücht stimmt, dass ein Flüchtling des II. Weltkrieges sie aus seiner Heimat vor der plündernden Soldateska rettete, ist nicht zu belegen.

 

Im Jahre 1993 begann unter der Leitung von Superintendent Christoph Werner eine in mehrere Bauabschnitte eingeteilte Grundsanierung der baufällig gewordenen Kirche, die bis heute andauert. Die Granitplatten des Fußbodens im Altarraum wurden neu verlegt und der Wandsockel der Apsis saniert. 93 Jahre nach seiner letzten Sanierung erfolgte eine Ersetzung des Turmknopfes und eine Restauration des Turmkreuzes, sowie eine Reparatur des Turmdaches und die Erneuerung der Außenhaut des Turmes nebst Westfassade der Kirche. In den Jahren 1998 erfolgte die Ertüchtigung der Balkenlagen und die Neudeckung des Langhausdaches mit Schiefer, die statische Stabilisierung der Apsis durch eine Vernadelung mit dem Langhaus, die Sanierung der Zugänge zur Sakristei und Loge, die Erneuerung des E-Hausanschlusses und der erste Teil der Neu-Installierung der Elektrik, die Sanierung des Sockelputzes im Langhaus nebst dazugehörigem Fußboden. Danach wurde der Vorplatz der Kirche gepflastert und die Leichenhalle saniert. Die Innenaufgänge (Treppen und Podeste) im Turm wurden komplett erneuert, die Steuerungstechnik des Uhr- und Läutewerkes ersetzt und der Glockenstuhl saniert. Um das alles zu finanzieren, wurde die alte mechanische Kirchturmuhr von 1909 für 1.500 DM an einen Uhrenliebhaber verkauft.


Kirche 2007

In der Vorbereitung auf das Jubiläum 2007 wurden der Eingangsbereich der Kirche neu verputzt und gemalt, die Aufgänge zu den Emporen im Putz repariert und neu gestrichen. Die Unterseiten der Emporen erhielten einen Neuanstrich. Die Putzschäden an der Westwand innen und dem Deckenbereich über der Orgel wurden beseitigt und die farbliche Fassung wieder sichtbar gemacht.

zurück zurück