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Menger-Orgel

Zur selben Zeit, wie über den Kirchneubau wurde auch über einen Orgelneubau verhandelt, der erstmals am 2. Februar 1856 in einem Schreiben von Pfarrer Wiegand an den Superintendenten Hauser in Cunnewitz Erwähnung findet. In einer Kostenschätzung vom 29. Mai 1856 durch Patronatskommissarius Sattig ist ein Betrag von 800 Reichstalern aufgeführt. Der Gemeindekirchenrat befasste sich am 28. Mai 1856 mit dem Orgelneubau und legte fest, Angebote zum Bau einzuholen. Durch Pfarrer Wiegand wurden von vier Orgelbaumeistern folgende Angebote eingeholt:

12.7.1856: Heinrich Biestermann, Nieder Bielau (838 Taler ohne Gehäuse)

20.8.1856: Joh. Fr. Schulze&Söhne,   Paulinzella (1.121 Taler)

30.8.1856: Schinke, Lauban (667 Taler ohne Gehäuse)

14.9.1856:Wuensche, Breslau (1.084 Taler ohne Gehäuse)

 Nach langem Hin und Her wurde der Auftrag an Orgelbaumeister Johann Friedrich Schulze & Söhne aus Paulinzella vergeben. Aber dies alles nahm eine überraschende Wende als am 29. Januar 1857 Michael Menger, einer der bedeutendsten Orgelbauer seiner Zeit (nach dem Gutachten von Jiri Kocoourek 2003), aus Paulinzella ein Angebot von 1.150 Talern (spätere Reduzierung auf 1.100 Taler) abgab. Wie es zum Kontakt zu Menger kam, ist ungewiss. Jiri Kocoourek schreibt in seinem Gutachten aus dem Jahr 2003, dass Pfarrer Wiegand wahrscheinlich selbst in Paulinzelle bei Schulze gewesen war und der ihn wegen Arbeitsüberlastung an Menger weitervermittelte. Jedenfalls unterschrieb die Äbtissin des Klosters St. Marienthal, Gabriele Marschner, am 11. März 1857 den Kontrakt zum Bau der Orgel in Höhe von 1.100 Talern durch Michael Menger. Bemerkenswert ist, dass alle Orgelteile mit der Eisenbahn von Paulinzella nach Reichenbach transportiert wurden. Am 16. Mai 1857 erfolgte die Abnahme des Orgelbaus durch den Königlichen Musikdirektor Karow aus Bunzlau.

Mit dem Jahre 2003 wurde deutlich, die Menger-Orgel ist dringend überholungsbedürftig. Und so wurde in der Folgezeit intensiv dafür gesammelt. Das geschah durch die unterschiedlichsten Aktionen. Es wurden in der Reichenbacher St. Johanneskirche mehrere Benefizkonzerte und -veranstaltungen durchgeführt, in einer Straßensammlungen gingen Gemeindeglieder und Pfarrer von Haus zu Haus, der hohen Summe wegen wurden die Gemeindeglieder dazu animiert, mit Hilfe eines Orgel-Schweines für die Orgel zu sparen und es gab immer wieder Spendenaufrufe. Im September 2006 dann baute die Orgelbaufirma Soldan aus Hohendubrau/Weigersdorf die Orgel aus und sanierte sie im August 2007 grundlegend. Der dafür veranschlagte Betrag beläuft sich auf 16.000 €.

 

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